
Farbanatomie
Die exakte Wertungsfarbe für diese Flaggenfarben Karte.
- HEX
#DC143C
- RGB
- 220, 20, 60
- HSB
- 348°, 91%, 86%
- HSL
- 348°, 83%, 47%
Nahe Farbtöne zum Vergleichen
#DB1421#DB1456#DB2E51#DB002C#B81132Warum diese Farbe zählt
Polens Flagge wirkt fast wie ein Orientierungstest: Weiß oben, Rot unten. Doch diese Schlichtheit verbirgt das eigentliche Farbproblem. Für die Wertung zählt #DC143C: ein kühles Karmesinrot, nicht irgendein Bildschirmrot oder Russlands wärmeres Scharlachrot. Wer von der Flagge nur „Weiß und Rot“ in Erinnerung behält, übersieht leicht den Blauanteil, der diesem Rot seinen unverkennbaren Himbeerton verleiht.
Aus zwei Wappenschilden wird eine Flagge
Das polnische Kulturministerium leitet die Nationalfarben von den Wappen des Königreichs Polen und des Großfürstentums Litauen ab: dem Weißen Adler und dem weißen Reiter des Wappens Pogoń, jeweils auf einem roten Schild. Weiß bildet den oberen Streifen, weil in der polnischen Heraldik die Farbe der Wappenfigur Vorrang vor der Farbe ihres Feldes hat. Die Streifenfolge bildet somit eine heraldische Rangordnung ab; sie ist keine willkürliche Entscheidung darüber, welche Farbe oben besser aussieht.
Die Nationalkokarde soll aus den Farben der Wappen des Königreichs Polen und des Großfürstentums Litauen bestehen, das heißt aus Weiß und Rot.
Vereinigte Kammern des Sejms, 7. Februar 1831
Erst die Kokarde, dann die Flagge
Der während des Novemberaufstands verabschiedete Beschluss führte eine einheitliche weiß-rote Kokarde ein, die alle Polen vereinen sollte, und stellte zugleich die erste gesetzliche Regelung der Nationalfarben dar. Die geläufige Deutung, Weiß stehe für Reinheit und Rot für Blut, kam als symbolische Lesart erst später auf. In der offiziellen polnischen Darstellung wird Rot zwar mit dem Blut verbunden, das für Souveränität und Unabhängigkeit vergossen wurde; der Ursprung der Farbe ist jedoch älter und konkreter: die roten Felder, auf denen zwei weiße Wappenfiguren erscheinen.
Das exakte kühle Karmesinrot
Der Zielton ist RGB 220/20/60 beziehungsweise HSB(348°, 91%, 86%). Auf dem Farbkreis liegt der Farbton 348° zwölf Grad vor reinem Rot, in Richtung Magenta; der Blauwert 60 ist dreimal so hoch wie der Grünwert 20 und bestätigt damit den kühlen Einschlag. Der Ton bleibt stark gesättigt, liegt mit seiner Helligkeit aber deutlich unter dem Maximum. Wer ihn zu reinem Rot vereinfacht, verliert den karmesinfarbenen Einschlag; wer Russlands #D52B1E wählt, landet stattdessen auf der warmen, orangebetonten Seite.
Ein Feiertag füllt die Lücke
Polen erklärte 2004 den 2. Mai zum Tag der Flagge. Das Kulturministerium verbindet das Datum mit zwei historischen Ereignissen: Polnische Soldaten hissten am 2. Mai 1945 die Flagge auf dem Berliner Reichstag und auf der Siegessäule; die kommunistischen Behörden dagegen ließen die zum 1. Mai gehissten Flaggen vor dem damals verbotenen Verfassungstag am 3. Mai wieder einholen. Der heutige Feiertag füllt damit genau jene Lücke, in der die Flagge einst verschwinden musste.
Polens Karmesinrot im Vergleich mit ähnlichen Rottönen anderer Flaggen
#DC143CPolens unterer Streifen#D52B1ERusslands unterer Streifen – wärmer und orangebetonter#E70011Indonesiens oberer Streifen – näher an neutralem Rot#C1272DMarokkos Feld – dunkler und weniger gesättigtAuf einen Blick
- Zielton
#DC143C· RGB 220/20/60 · HSB 348°/91%/86% - UrsprungWeißer Adler + weißer Reiter des Wappens Pogoń auf roten Wappenfeldern
- Erste gesetzliche Regelung7. Februar 1831 · die weiß-rote Nationalkokarde
- Nichtreines Bildschirmrot oder Russlands warmes
#D52B1E - AssoziationenHeraldik · Souveränität · Kontinuität des Gemeinwesens



